
Retrofit der Fuorcla-Gondel:
Ein Retrofit setzt neue Massstäbe für nachhaltiges Bauen
1978 wurde die Sechser-Gondelbahn Crap Masegn – Fuorcla – Vorab in Betrieb genommen. Fast fünf Jahrzehnte lang beförderten die kleinen weiss-roten Gondeln Gäste auf das Vorab-Plateau. Am 30. März 2025 hatten die weiss-roten Gondeln ihren letzten Betriebstag. Was folgte, war kein Abriss, sondern ein Retrofit: eine grundlegende Modernisierung basierend auf den alten Strukturen.
Retrofit statt Neubau: Ressourcen effizient einsetzen
Das Kernprinzip des Projekts ist einfach wie konsequent: bauen, was neu sein muss und erhalten, was Bestand hat. Rund 80 Prozent des Stahlbaus der bestehenden Strecke wurden erhalten. Statt komplette Stützen neu zu errichten, wurden lediglich die Stützenköpfe ersetzt. Die Betonfundamente der Stationen Vorab und Masegn konnten zu etwa 80 Prozent wiederverwendet werden. Neue entstanden nur dort, wo es die geänderte Laststatistik der neuen Anlage erforderte.
Einzig die Station Fuorcla wurde bis auf das Betonfundament vollständig neu errichtet als Holz-Fachwerkbau mit dunkler Metallhülle, eine architektonische Setzung, die sich bewusst in die alpine Landschaft einfügt. Der Hersteller der neuen Bahn ist Garaventa AG, die Kabinen lieferte CWA, die Planung verantwortete die ALPING.CH Gartmann & Joos Bauingenieure AG.
Greenstyle in Zahlen:
Vom Sommerbau zur Wintersaison: Der Projektverlauf
30. März 2025 stellte die alte Anlage ihren Betrieb ein. Im April begann der Rückbau — parallel liefen erste vorbereitende Massnahmen an den Stationen.
Im Sommer 2025 starteten die Betonarbeiten in den Stationen Vorab und Crap Masegn, Garaventa begann mit den technischen Vorbereitungen.
Am 18. Juni 2025 wurden die Stützenköpfe per Helikopter rückgebaut.
Im Herbst 2025 folgten Seilarbeiten, Stationsbau und technische Inbetriebnahmen. Systemtests, Einstellfahrten und Sicherheitsnachweise bereiteten die Anlage auf die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) vor.
Am 19. Dezember 2025 wurde die neue 8er-Gondelbahn pünktlich zum Saisonstart eröffnet.
Was sich verändert — und was bleibt
Die Linienführung blieb unverändert: Crap Masegn – Fuorcla – Vorab.
Was sich verändert hat, ist die Leistungsfähigkeit: Statt sechs Personen fassen die neuen CWA-Kabinen acht. Die Förderleistung steigt auf 1’500 bis 2’000 Personen pro Stunde. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 6 Meter pro Sekunde bei einer Höhendifferenz von 812 Metern. Das Tragseil hat einen Durchmesser von 43 Millimetern.
Die neue Bahn verbessert nicht nur die Kapazität des Skigebiets, sie stärkt die Erschliessung des Vorab-Plateaus, welches Skifahren auf über 3000m ü.M. in LAAX ermöglicht.
Für die WAG ist das Projekt ein Beleg dafür, dass nachhaltige Infrastrukturinvestitionen und operativer Nutzen kein Widerspruch sind.