
Die Gemeinden sichern die touristische Infrastruktur
Internationale Tourismuskonzerne haben Interesse an den Bergbahnen der Weissen Arena Gruppe gezeigt, darunter auch Vail Resorts aus den USA.
Die Gemeinden Flims, Laax und Falera haben eine andere Antwort vorgeschlagen: Sie übernehmen die touristische Infrastruktur selbst. Am 26. Oktober 2025 stimmten alle drei Gemeinden mit eindeutiger Mehrheit zu.
Die Vereinbarung setzt ein klares Zeichen für die Zukunft der Destination.
Die Ausgangslage: Lokale Antwort auf internationalen Druck
Erfolgreiche alpine Destinationen sind zum Ziel internationaler Investoren und Tourismuskonzerne geworden. Für die Weisse Arena Bergbahnen AG als auch für die Region hätte eine Übernahme durch Investoren ohne Lokalbezug weitreichende Konsequenzen gehabt: für Einheimischenvergünstigungen, für Arbeitsplätze, für die strategische Ausrichtung der Destination.
Auf Anstoss der drei Gemeinden wurde mit der Weissen Arena Gruppe eine nachhaltige, lokale Lösung erarbeitet.
Grundlage für die Transaktion ist eine bewährte Infrastruktur: die Finanz Infra AG, seit 2005 im Einsatz für die Finanzierung von Beschneiungsanlagen.
Dieses Modell, Investition durch die öffentliche Hand, Betrieb durch die Bergbahnen, hat sich als so tragfähig erwiesen, sodass es inzwischen von anderen Destinationen kopiert wurde, etwa in Corvatsch, Brigels und Splügen.
Die Transaktion: Was übernommen wird
Die Finanz Infra AG übernimmt von der Weisse Arena Bergbahnen AG deren gesamte touristische Infrastruktur am Berg zu aktuellen Restbuchwerten. Das umfasst:
- Alle Transportanlagen:
– Bergbahnen, Sessellifte, Skilifte - Tal- und Bergstationen sowie verbundene Infrastrukturgebäude:
– Kassen, Skischulgebäude, Shops, Einstellhallen - 11 Gebäude mit Gastronomiebetrieben am Berg
- Übrige immobile Infrastruktur
Beteiligungsstruktur nach der Transaktion
Gemeinden übernehmen die Finanz Infra AG vollständig, WAG bleibt Pächterin:
Finanzierung: Gemeinden, Darlehen, Fremdkapital
Der Kaufpreis von CHF 94.5 Mio. wird wie folgt getragen: Die Gemeinden Flims, Laax und Falera bringen insgesamt CHF 50 Mio. an Eigenmitteln ein; Laax und Flims je CHF 20 Mio., Falera CHF 10 Mio. (der Gemeinde Flims werden CHF 18 Mio. aus ihrer Vorinvestition in den FlemX-Bau angerechnet, womit ihr effektiver Neubeitrag CHF 2 Mio. beträgt). Dazu kommt ein Darlehen der Weissen Arena AG über CHF 20 Mio. sowie Fremdkapital von CHF 42.5 Mio.
Künftig sind Flims und Laax je mit 40 Prozent, Falera mit 20 Prozent an der Finanz Infra AG beteiligt, die WAG scheidet als Aktionärin aus. Pro Jahr können aus dem Pachtzins durchschnittlich mehr als CHF 10 Mio. reinvestiert werden, ohne die Verschuldung der Finanz Infra AG zu erhöhen.
Finanzierung im Überblick
- Gemeinde Laax: CHF 20.0 Mio.
- Gemeinde Falera: CHF 10.0 Mio.
- Gemeinde Flims CHF 2.0 Mio. (CHF 18.0 Mio. bereits investiert in FlemX)
– Darlehen WAG CHF 20 Mio.
– Fremdkapital CHF 42.5 Mio.
– Total CHF 94.5 Mio.
Sale and Lease Back: WAG bleibt Betreiberin
Die Weisse Arena Bergbahnen AG wird zur Pächterin und betreibt die Infrastruktur weiter wie bisher. Es handelt sich um das erste Sale-and-Lease-Back-Modell dieser Art im Schweizer Bergbahnsektor. Der Pachtvertrag gilt unbefristet; er kann frühestens 2056, also nach 30 Jahren, gekündigt werden. Die Pächterin trägt sämtliche Betriebs- und Unterhaltskosten sowie alle Investitionen bis CHF 100’000. Grössere, wertvermehrende Investitionen obliegen der Finanz Infra AG.
Die WAG behält damit den unternehmerischen Handlungsspielraum für Betrieb und Weiterentwicklung des Angebots und profitiert gleichzeitig von den tieferen Finanzierungskosten der gemeindeeigenen Finanz Infra AG. Auch bei einem Wechsel im Aktionariat der WAG bleibt der Pachtvertrag mit allen Rechten und Pflichten bestehen:
Die Infrastruktur bleibt dauerhaft in lokaler Hand.
Was die Transaktion langfristig sichert
- 300 Betriebstage pro Jahr
- Einheimischenvergünstigungen
- Arbeitsplätze in der Destination
- Keine Steuererhöhungen, keine Nachtragskredite
- Investitionsfähigkeit über CHF 10 Mio./Jahr
Die Abstimmungen: Ein klarer Vertrauensbeweis
Falera stimmte am 23. Oktober 2025 mit 93.2 Prozent zu, Laax am 24. Oktober ebenfalls mit 93.2 Prozent. Als letzte Gemeinde folgte Flims am 26. Oktober mit einer Volksabstimmung an der Urne mit 85.48 Prozent Ja.
Die Verantwortlichen sprachen von einem klaren Vertrauensbeweis in die Behörden und in die Weisse Arena Gruppe.
Das Ergebnis spiegelt, was das Projekt von Beginn an geleitet hat: eine Lösung, die wirtschaftlich tragbar ist, lokale Interessen schützt.
Die Weisse Arena Gruppe bleibt für den Betrieb und Unterhalt verantwortlich.